macOS High Sierra: Neues Dateisystem und VR

Ab den 25. September 2017 können Sie das Betriebssystem Ihres Mac mit einem kostenlosen Upgrade auf "macOS High Sierra" (alias macOS 10.13) anheben. Die wichtigsten Neuerungen des neuen Betriebssystems sind vor allem technischer Natur. Ein neues Dateisystem etwa soll das Arbeiten mit Ihrem Mac komfortabler machen. Was Sie sonst noch bei macOS High Sierra erwartet und welche Besonderheiten mit dem neuen Dateisystem auf IT-Admins zukommen, verraten wir Ihnen in unserem Artikel.

Das neue Betriebssystem von Apple: macOS High Sierra
Das neue Betriebssystem von Apple bietet kaum neue Features, wurde dafür aber technisch gründlich optimiert. © Apple

1. Das neue Dateisystem von macOS High Sierra: APFS

Die SSD-Festplatten der Macs arbeiteten bislang mit dem Dateisystem HFS+. Ebenjenes war technisch derart überholt, dass Apple testweise schon in macOS Sierra mit dem neuen Apple File System (APFS) experimentierte und dieses nun standardmäßig in macOS High Sierra einbindet.

Die Vorteile von APFS:

  • Optimiert für 64-Bit-Prozessoren und -Anwendungen

  • Integrierte Verschlüsselung

  • Schutz der Dateien bei Abstürzen

  • Einfache Backup-Funktionen

  • Ressourcenschonende Speicherung von Dateien

  • Schnellerer Zugriff auf Standardaktionen (Duplizieren, Ansehen,…)

1.1. Wichtige Informationen für IT-Admins

Mit der Einführung von macOS High Sierra und APFS ändern sich einige Abläufe grundlegend. Diese Änderungen betreffen vor allem das Thema System-Images:

 

  • Mittels monolithischer System-Images können Sie macOS weiterhin erneut installieren, aber zum Update oder Upgrade werden sie von Apple nicht mehr empfohlen oder unterstützt! Die Firmware des Macs werde bei diesem Verfahren nicht upgedated und sorge so für Sicherheitslücken. Für das aktuelle Upgrade sollten genutzt werden: 
    • das macOS-Installationsprogramm
    • die macOS-Wiederherstellung
    • startfähige Installationsprogramme auf Wechselmedien
    • Web-Installer 
    • NetInstall-Image
  • Wollen Sie ein Image eines AFPS-Containers anlegen, empfiehlt Apple die Nutzung von diskutil, des Festplattendienstprogramms oder des System-Image-Dienstprogramms.
  • Zur Erstellung eines NetRestore-Images für einen Mac mit APFS-Dateisystem zur erneuten Installation von macOS High Sierra empfiehlt Apple die Verbindung mit einem weiteren Mac mit macOS High Sierra im Festplattenmodus. Achtung: Das daraus resultierende, APFS-formatierte Image kann nur auf einem Mac mit vollständigem Flash-Speicher erneut installiert werden!

 

Wichtig: Für iMacs und Mac Minis mit Fusion Drive ist das neue Dateisystem noch nicht vorgesehen! Apple plant hier im Zuge von Updates für macOS High Sierra nachzusteuern.

2. HEVC – Der neue Video-Codec für hohe Auflösungen wie 4K

HEVC steht für High Efficiency Video Encoding und ist auch als H.265 bekannt. Der neue Video-Codec erlaubt (vor allem bei Videomaterialien mit hoher Auflösung wie 4K) eine bis zu 40 % stärkere Daten-Kompression als der Vorgänger-Codec H.264.

 

Mit dem neuen Codec und seiner größeren Kompression werden Verbesserungen im Streaming einhergehen und natürlich benötigen die Dateien weniger Platz auf Ihrem Mac. macOS High Sierra wird natürlich eine entsprechende Software zum De- und Encodieren an Bord haben.

Apple Computer mit grafischer Anzeige
Dank macOS High Sierra werden besonders rechenintensive Grafikanwendungen deutlich beschleunigt. © Brennan Burling on Unsplash.com

3. Metal 2 – Der Grafik-Booster für Ihren Mac

Metal 2 ist eine Schnittstelle zur besseren Verarbeitung grafisch besonders rechenintensiver Anwendungen. Diese wird mit dem neuen Betriebssystem macOS High Sierra noch stärker auf die Rechenkapazitäten des Grafikprozessors Ihrer Grafikkarte zugreifen. Beispielsweise wird ab sofort die gesamte grafische Oberfläche in macOS via Grafikkarte berechnet. Deutliche Geschwindigkeitsvorteile soll Metal 2 auch für die Darstellung virtueller Realitäten oder für die Erstellung multimedialer Inhalte bringen. 

 

Gamer und Machine-Learning-Entwickler wird es freuen, zu hören, dass dank Metal 2 nun auch externe Grafikkarten an den Mac angeschlossen werden können.

4. Am Mac in virtuelle Welten eintauchen

macOS High Sierra unterstützt erstmals VR-Brillen. Das Erleben virtueller Realitäten ist vorerst optimiert für eine Kombination aus dem Virtual Reality Tool "SteamVR" von Valve und dem VR Headset "Vive" von HTC. Apple liefert darüber hinaus mit macOS High Sierra diverse Apps zum Erstellen von Virtual-Reality-Inhalten wie „Final Cut Pro X“, „Epic Unreal 4 Editor“ und den „Unity Editor“ mit. So können Sie zum einen in neue Welten eintauchen und direkt selbst welche erschaffen.

5. Weitere neue Features in macOS High Sierra

Person arbeitet mit Apple Computer
Diverse kleine Features sollen das Arbeiten mit Ihrem Apple komfortabler machen. © Ilya Pavlov on Unsplash.com

5.1. Verbesserungen der Fotos-App

  • Die erweiterte Seitenleiste: Ist immer aktiv und hilft beim Auffinden gesuchter Fotos. Eine erweiterte Importansicht verdeutlicht auf einen Blick, was zuletzt an Bildern hinzugekommen ist.
  • Verbesserte Bearbeitungstools: Neue Filtermöglichkeiten verleihen Ihren Fotos den besonderen Kick.
  • Dynamisierte Live Photos: Die Live Photos, bei denen Nutzer des iPhone SE, 6s oder 7 neben dem eigentlichen Foto noch wenige Sekunden vor und nach dem Auslösen als Video aufnehmen, können nun besser bearbeitet werden.
  • Eine optimierte Sortierungsfunktion: Fotos lassen sich schneller sortieren, können nach bestimmten Kriterien gefiltert und ganz leicht in andere Alben exportiert werden.
  • Neue Kategorien für Rückblicke, eine einfache Anbindung an andere Apps zur Bildbearbeitung und eine verbesserte Gesichtserkennung zum Herauspicken aller Fotos von einzelnen Personen runden die neuen Features für die App ab.

5.2. Apples Browser „Safari“ erfährt ein Update

Das Surfen mit Safari soll bequemer und schneller werden und die Privatsphäre der Nutzer stärker respektieren. Die wichtigsten Neuerungen:

  • für Websites können persönliche Einstellungen gespeichert werden (Blockieren von Inhalten, Zoomstufen und mehr)

  • Reader, der Inhalte ohne störende Elemente wie Werbung anzeigt, permanent aktivierbar

  • automatische Wiedergabe von Videos wird unterbunden

  • Tracking Schutz

5.3. Siri wird Ihr persönlicher DJ

Verraten Sie Siri einfach, in welcher Stimmung Sie sind und schon werden dazu passende Lieder abgespielt. Zudem hat man sich bemüht, Siris Stimme natürlicher, menschlicher klingen zu lassen.

5.4. Apple und seine verbesserte iCloud

Auch die Nutzung der iCloud wird im Zuge des Rollouts von macOS High Sierra optimiert: So sind in der iCloud gespeicherte Dateien ab sofort einfach mittels Link teilbar.

5.5. Ebenfalls neu in macOS High Sierra

  • Spotlight, die Desktopsuche von macOS, liefert bei der Angabe einer Flugnummer alle relevanten Informationen des entsprechenden Fluges. 
  • Die Toptreffer-Suche ordnet Suchergebnisse in Ihren Mails nach deren Relevanz.
  • Bei Face-Time-Anrufen können besondere Momente im Gespräch mittels Foto festgehalten werden.
  • Notizen können ab sofort als besonders wichtig deklariert werden und wurden um Tabellen für zusätzliche Inhalte ergänzt.

 

macOS High Sierra kann ab dem 25. September 2017 im Apple Store heruntergeladen werden.

6. Update: Kritischer Fehler vor Rollout von macOS High Sierra entdeckt!

Kurz vorm Rollout von macOS High Sierra entdeckte das Sicherheitsunternehmen Synack frappierende Fehler im Secure Kernel Extension Loading (SKEL). SKEL sollte eigentlich das Ladeverhalten für Kernel-Erweiterungen überwachen und dazu dienen, Ihren Mac vor Rootkits und Malware zu schützen. Nach neuesten Erkenntnissen lässt sich SKEL aber sehr leicht umgehen. Das Problem sei Apple aktuell zwar bekannt, ein Fix bis zum 25. September 2017 erscheint Experten aber unwahrscheinlich.

 

Wenn Sie Ihr Unternehmen/Ihren Mac also sofort auf macOS High Sierra umstellen möchten, sollten Sie zumindest die SKEL über die macOS-Wiederherstellung mit dem Befehl "spctl" deaktivieren. Automatisch deaktiviert wird SKEL, wenn Sie sich in dem neuen Betriebsystem bei einer Mobile-Device-Management-Lösung anmelden.