Ratgeber ISDN Umstellung

Viele ISDN Anschlüsse wurden durch die Telekom und andere Anbieter bereits gekündigt. Auch in diesem Jahr wird die Umstellung von ISDN zu IP-Telefonie weiter gehen. Die Zeit, in der ISDN komplett abgeschaltet wird, rückt näher.

Daher haben wir Ihnen in diesem Ratgeber alle Fakten zur ISDN Umstellung zusammengetragen.

Wieso wird ISDN abgeschaltet?

Integriertes Sprach- und Datennetz oder kurz ISDN ist ein über 25 Jahre alter Standard für digitale Telekommunikationsnetze. Die Technik und die Netze veralten immer mehr. Die Zukunft der Telefonie liegt im Bereich Voice over IP (VoIP) / der IP-Telefonie. ISDN ist gegenüber VoIP sehr unflexibel und durch das Alter der Technologie wird es auch immer schwieriger und kostenintensiver für die Provider Ersatzteile zu bekommen. Dadurch ist es für Telekommunikationsanbieter, wie die Telekom, nicht mehr möglich und auch nicht wirtschaftlich am ISDN Anschluss festzuhalten.

Für ISDN gibt es ein komplettes eigenes Netz, welches parallel zum Breitbandnetz gewartet werden muss. Auch dadurch steigt das notwendige Personal, Energie und der finanzielle Aufwand. So ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll beide Systeme parallel zu betreiben.

Zudem bietet VoIP gegenüber ISDN deutlich mehr Funktionen. So können über Cloud Telefonanlagen Dienstnummern z.B. auch mobil genutzt werden, Telefonkonferenzen, die Anbindung von Nebenstellen, digitales Fax, automatische Anrufumleitung und vieles mehr sind problemlos möglich.

Wen betrifft die ISDN Umstellung bzw. Abschaltung?

Umgestellt werden alle Anschlüsse, welche einen Vertrag für einen analogen/ISDN Anschluss haben und gleichzeitig Internet nutzen. Momentan stellt hauptsächlich die Telekom die Anschlüsse um und die Umsetzung war bis Ende 2018 geplant, dauert aber auch in 2019 noch an. Jedoch werden bis spätestens 2022 alle ISDN Anschlüsse abgeschaltet, egal von welchem Provider. Dadurch sollten Sie sich nicht zu spät Gedanken über den Wechsel zu VoIP machen und schon vorher in Ruhe und nach Ihren Wünschen umstellen.

Wann passiert die Umstellung?

Für die Umstellung gibt es keine feste Zeit. Das Ziel der Telekom war es bis zum Ende 2018 alle seine Kunden auf VoIP umgestellt zu haben. Vodafone hingegen will bis zum Ende von ISDN also 2022 den Support für Analog und ISDN anbieten. Falls Sie bei der Telekom sind und noch einen ISDN Anschluss haben werden sie 4-4,5 Monate vor Vertragsablauf einen Informationsbrief bezüglich der Umstellung bekommen. Falls der Kunde dem Wechsel nicht zustimmt, kündigt die Telekom den Vertrag fristlos. Dies ist durchaus legitim, da ein Provider nur verpflichtet ist einen Telefonanschluss zur Verfügung zu stellen. Und diese Pflicht erfüllt die Telekom mit der Bereitstellung von VoIP. Die fristlose Kündigung kann aber natürlich auch eine Chance sein, die Umstellung komplett auf Ihre Anforderungen angepasst durchzuführen.

Alte Hardware wegwerfen?

In den meisten Fällen kann bei der Umstellung vorhandene Hardware weiterverwendet werden

Die größte Frage, die durch die Umstellung von ISDN auf VoIP im Raum steht, ist ob vorhandene Hardware wie Telefone und Telefonanlagen weiterverwendet werden können oder nicht.

In den meisten Fällen kann man sagen JA. Es ist möglich die alten Telefonie Geräte und auch Telefonanlagen weiter zu benutzen. Hierbei wandelt man dann das analoge Signal über verschiedene Wege um in ein digitales Signal um. Das Gespräch wird dann in Sprachpaketen über das Internet verschickt.

Anschluss über analoge Schnittstelle an den Router

In den einfachsten Fällen ist dies mit einer analogen Schnittstelle am Router möglich, dem sogenannten S0 Anschluss. An diesen können zum Beispiel ISDN Telefonanlagen direkt angeschlossen werden. Analoge Telefonanalgen hingegen können über die TAE Buchse des DSL Routers verbunden werden. Für diesen Weg muss sichergestellt werden, dass der Router IP-Telefonie unterstützt. Dies kann im Handbuch nachgeschlagen werden. Die meisten VoIP fähigen Router haben ein oder mehr Anschlüsse für analoge Telefone welche unkompliziert genutzt werden können.

Anschluss per ATA an den Router

Falls der Router keine Telefonschnittstelle hat, gibt es dennoch weitere Möglichkeiten die bereits vorhandene Hardware zu nutzen. Dazu wird ein „Analog Telephone Adapter“, auch ATA genannt, benötigt. Dieser wandelt die analogen Sprachsignale in IP-Datenpakete um und andersherum auch IP-Datenpakete in analoge Sprachsignale.

Zu beachten ist hierbei, dass viele ISDN Funktionen dadurch wegfallen werden und Sie auch von Vorteilen von VoIP sowie dem NGN nur eingeschränkt profitieren können.

Telefonanlage über SIP Anlagenanschluss weiternutzen

Viele neuere ISDN Anlagen sind gleichzeitig auch VoIP fähig. In diesem Fall kann die Telefonanlage mit einem SIP Anlagenanschluss komplett genutzt werden.

Falls die TK-Anlage nicht SIP fähig ist, wird ein Media Gateway benötigt, der die Funktion übernimmt.

Ein SIP Anlagenanschluss ersetzt dabei den analogen/ISDN Anschluss, egal ob es ein primärer multiplex Anschluss oder ein Anlagenanschluss war.

Das Hauptkriterium für gute Sprachqualität bei der IP Telefonie ist die Bandbreite der eigenen Internetleitung. Pro Gespräch sollte mindestens ein konstanter Up- and Download von 100kbit/s zur Verfügung stehen. Bei der Wahl des Internetanschlusses für Ihr Unternehmen, sollten Sie also schon jetzt die Kapazitäten für IP-Telefonie mit einplanen.

Sind Sie noch auf der Suche nach dem passenden Breitbandanschluss? Wir beraten Sie gern, welche Möglichkeiten es gibt, Ihre Vorstellungen umzusetzen.

 

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Und wie sieht es mit Fax über VoIP aus?

Offiziell wird das Fax nicht unterstützt und auch die Telekom gewährleistet die Funktionalität von Fax über VoIP nicht. Falls Sie Faxgeräte verwenden möchten, sollten Sie sich also schon vor der ISDN Abschaltung mit den Lösungsmöglichkeiten beschäftigen. 

Das Grundproblem ist, dass Fax Daten bei der Übertragung in viele kleine Pakete umgewandelt werden und diese Pakete nicht dieselbe Route durch das Internet benutzen wie die IP Telefonie.

Dabei ist es normal für die Übertragung über das Internet das es leichte Laufzeitschwankungen sowie verlorene Pakete vorkommen. Beim Telefonieren ist dies durch ein Knacken in der Leitung bemerkbar, was dabei zumeist kein Problem ist. Faxgeräte reagieren allerdings auf Paketverluste, leichte Laufzeitschwankungen und die falsche Reihenfolge von ankommenden Datenpaketen sehr allergisch.

Dadurch kommt es sehr oft zu einem Verlust der Synchronisierung der Faxgeräte und auch zum Abbruch der Faxverbindung.

Zudem stellen auch die Datenkomprimierung und Optimierungsfunktionen für die Sprache wie Rauschunterdrückung oder Sprachpausenerkennung Probleme dar. Dadurch ist Fax über VoIP vor allem bei mehreren Seiten sehr schwierig.

Mögliche Lösungen für Fax über VoIP

Es gibt verschieden mögliche Lösungen, welche die Zuverlässigkeit beim Faxen erhöhen. Manche Router erkennen ein angeschlossenes Faxgerät und schalten für dieses jegliche Signalaufbereitung wie Rauschunterdrückung und andere Optimierungsverfahren ab. Diese Router erzwingen für Fax auch einen unkomprimierten Codec, G.711 Codec.

Die ITU-T (Die Internationale Fernmeldeunion) hat die Codecs T.37 und T.38 offiziell für die Faxübertragung empfohlen. Dabei wandeln Gateways oder Server die Fax Daten entsprechend um. T.37 nutzt E-Mail Anhänge zum Versenden und Empfangen von Faxen und T.38 überträgt diese direkt per UDP oder TCP an das T.38 Gateway der Gegenstelle.

Internet Fax /Digitales Fax

Internet Fax ist zur Zeit der Digitalisierung und VoIP mit die sicherste Methode Faxe zu versenden. Durch das Internet Fax gibt es mehr Möglichkeiten als das klassische Fax-Gerät bieten kann. Faxe sind so von nahezu jedem Endgerät versendbar. Einzige Bedingung dabei ist eine Internetverbindung.

Es gibt mehrere Anbieter, die Internet bzw. Online Fax anbieten, z.B. eFax. Nach dem Verschicken des Faxes über das Internet sorgt der Dienstleister für die Zustellung des Faxes. Dadurch wird das Versenden und Empfangen von Faxen so einfach wie E-Mail-Kommunikation.

Kontaktieren Sie uns gern zu all Ihren Fragen zu VOIP, ISDN und Ihrer Telefonanlage. Wir setzen uns schnell und unverbindlich mit Ihnen in Verbindung.

 

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